Selbstverteidigung Nürnberg – Kung Fu Nürnberg – TAMO KWOON Nürnberg

Fat Saan Kung Fu – Kampfkunst – Selbstschutz – Traditionelle Waffen – Qi Gung – Meditation – Philosophie

Ta Mo Kwoon

Das Ta Mo Kwoon (Kwoon = Schule) ist eine traditionelle Kung Fu und Qi Gung Schule in Nürnberg. Wir pflegen eine familiäre und freundschaftliche Trainingsatmosphäre und betrachten uns als große Familie.

Unser Anliegen ist es, dass traditionelle Kung Fu und Qi Gung zu erhalten. An erster Stelle steht der Spaß an der Bewegung und die persönliche Weiterentwicklung auf der physischen und auch auf der mentalen Ebene.

Fu Lung Pai wird in Nürnberg seit 1995 unterrichtet. Seit Mai 2018 gibt es das Ta Mo Kwoon in der Marienstraße in Nürnberg.

 

Die drei Schätze des Gung Fu

Die Drei ist eine häufig vorkommende Zahl, nicht nur im Gung Fu, sondern ganz allgemein in der chinesischen Kultur. Die Einteilung in eine Trinität basiert auf der Philosophie von Himmel-Erde-Mensch, welche die harmonische Verbindung dieser drei grundlegenden Bestandteile des Universums  darstellt. Diese Philosophie ist tief in der chinesischen Tradition verankert. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Philosophie der Dreiheit auch die Konzepte des traditionellen Gung Fu durchzieht.

So gibt es im Gung Fu die Einteilung in die drei Schätze. Diese drei Schätze sind die Eckpfeiler der Gung Fu Ausbildung, die drei Komponenten aus denen sich jeder traditionelle Gung Fu Stil zusammensetzt.

Im Ta Mo Kwoon unterrichten wir diese drei grundlegenden Aspekte des Traditionellen Gung Fu, bekannt als die 3 Schätze des Gung Fu.

Kampfkunst/Selbstschutz

Der erste Schatz des Gung Fu ist der Kampf. Heutzutage meint man damit die Fähigkeit sich in einer körperlichen Auseinandersetzung effizient zur Wehr setzen zu können.

Im Fu Lung Pai nehmen Partnerübungen den größten Teil der Trainingszeit in Anspruch. Damit die Effizienz jedoch nicht von körperlichen Faktoren abhängt, muss der Stil entsprechend strukturiert sein. Im Fu Lung Pai geht es vorrangig nicht um Techniken, sondern um Prinzipien.

Gesundheit

Untrennbar mit dem traditionellen Gung Fu verbunden sind die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und das daraus resultierende Qi Gung. Die Bewegungen des Gung Fu dienen nicht ausschließlich dem Zweck der Selbstverteidigung, sondern auch der Gesunderhaltung. So konnten viele Schüler beispielsweise durch das Training des Gung Fu ihre Rückenprobleme beseitigen.

Qi Gung bietet ein sanftes Training gegen Stress und fördert die Stärkung der Abwehrkräfte. Es schult den Geist, reinigt die Emotionen und bringt dem Übenden somit ein völlig neues, positives Lebensgefühl.

Philosophie

Gung Fu ist keinesfalls ein Training ausschließlich für den Körper. Wenn der Schüler nicht bereit ist, auch die mentale Entwicklung in sein Training mit einzubeziehen und Gung Fu mit ganzem Herzen zu üben, wird er ab einem bestimmten Punkt keine Fortschritte mehr machen.

Durch das Studium des Gung Fu erwirbt der Schüler ein Können, dass ihm Fähigkeiten verleiht, mit denen auch eine große Macht einhergeht. Deshalb ist es wichtig, dass der Schüler auch seinen Geist schult und dadurch lernt, sein Ego abzubauen und seine Emotionen zu kontrollieren.

Fu Lung Pai – Kung Fu im Stil des Tigers und des Drachen

Das Fu Lung Pai ist ein effizientes Nahkampfsystem, ohne dass es überdurchschnittliche Anforderungen an körperliche Größe und Muskelkraft stellt. Dadurch kann es unabhängig vom Geschlecht angewendet werden und führt relativ schnell zur Selbstverteidigungsfähigkeit.

Der Charakter des Fu Lung Pai zeigt sich im konsequenten Vorwärtsdrang und der Anwendung in der Nahdistanz. Dabei wird der gesamte Körper als Einheit eingesetzt, wodurch sich dessen Kraftpotenziale addieren. Die Kampf-Strategie ist darauf ausgelegt, die Distanz zum Gegner schnell und direkt zu überbrücken.

Im sogenannten Infight werden vorzugsweise Hand und Ellbogen eingesetzt, während sich der Körper so bewegt, dass er den Angreifer völlig kontrolliert. Getreten wird sparsam und nicht über Hüfthöhe. Wichtig ist es, den permanenten Vorwärtsdrang aus dem Körperzentrum zu entwickeln. Gleichzeitig fordert das Fu Lung Pai eine hohe Flexibilität in Bewegung und Anwendung. Beides ist kurz, schnell und explosiv, was aus einer sowohl körperlichen als auch mentalen Entspannung entsteht sowie aus der entsprechenden Körper- und Atemarbeit.

Obwohl das Fu Lung Pai im Kampf konsequent und kompromisslos ist, enthält die Praxis einen umfangreichen gesundheitlichen Aspekt in Form von Qi Gung-Übungen und buddhistischen Unterrichtsanteilen. Dies verbessert die Körperstruktur, -haltung und Beweglichkeit, kräftigt die Muskulatur und fördert die Gesundheit auf geistiger Ebene.

Geschichte des Fat Saan Fu Lung Pai Kung Fu

Die Ursprünge der meisten traditionellen Kung Fu Stile liegen in der Vergangenheit verborgen. Es gibt wenig historisch belegtes Material. Vieles von dem, was man darüber weiß, ist im Bereich von Legenden angesiedelt. Dies betrifft sowohl die Entstehungsgeschichten als auch die beteiligten Personen. Im Fu Lung Pai sieht es nicht anders aus. Alles was wir wissen, stammt aus den Überlieferungen der Meister.

Das Fu Lung Pai ist ein südlicher Stil, der sowohl Hakka Kuen als auch Shaolin Kung Fu in sich vereint und in der Region Fat Saan entwickelt wurde..

Hakka Kuen ist ein allgemeiner Begriff, unter dem viele südchinesische Stile vereint sind und dessen Ursprung die Hakka-Leute waren.Die Hakka sind eine chinesische Volksgruppe, mit eigener Sprache und Kultur. Ursprünglich kamen sie aus dem Norden und siedelten in der Provinz Kanton an. Das Hakka-Kung Fu soll stark von dem Kung Fu-Stil des legendären Mönchs Ji Sim Sim Si beeinflusst sein, den dieser in der benachbarten Provinz Fukien lehrte. Gemeinsame Merkmale sind die Spezialisierung auf den Nahkampf, eine entsprechend kurze Schrittarbeit und tiefe Ellenbogen, die dicht am Körper gehalten werden. Und doch gibt es typische Eigenheiten der Hakka-Stile, die diese von den Fukien Stilen unterscheiden, z. B. der charakteristische Rundrücken (Bot Bui) und die konkave Brust (Hum Hong).

Das Fu Lung Pai wurde von einem Mann namens Wai Ming Lee entwickelt, nachdem er jeweils mehrere Jahre von zwei Mönchen zuerst den Tiger- und anschließend den Drachenstil erlernte. Der erste Mönch war Hung Gee Gung, der Begründer des Hung Kuen, der zweite war ein Mönch namens Lo Yuk Sang, ein Meister des Drachenboxens. Hung Gee Gung war Schüler von Ji Sim Sim Si und somit verantwortlich für den Shaolin-Einfluss, während Lo Yuk Sang die Hakka-Elemente einbrachte.

Wai Ming Lee entwickelte das Fu Lung Pai nach dem Yin und Yang Prinzip. Nach Auffassung der chinesischen Mythologie ist es notwendig, Gegensätze (Ergänzungen) zu vereinen, um eine harmonische Einheit zu schaffen. Im Fu Lung Pai sind diese Gegensätze u. a. die machtvolle Stärke des Tigers (Körper) und die tiefe Weisheit des Drachens (Geist).

Wai Ming Lee war, wie sein erster Lehrer Hung Gee Gung, ein Anhänger der Ming, weshalb er sich der Legende nach entschied, nicht öffentlich zu lehren, sondern seine Schüler sorgfältig auszuwählen. Wir können heute nicht mehr beurteilen, warum jemand ein neues System entwickelt, sich dann aber dagegen entscheidet, es bekannt zu machen. Man muss diese Entscheidung wohl im Kontext der damaligen Zeit sehen, als China von den Mandschus besetzt war und sich im Untergrund der Widerstand formierte. Der einzige Schüler von Wai Ming Lee war ein junger Mann namens Mok Lau Chan. Ihm lehrte er sein System. Mok Lau Chan war ein talentierter und eifriger Schüler, und er folgte seinem Meister bis zu dessen Tod. Nach den Erzählungen von Großmeister Huo Suk Feng kämpfte Mok Lau Chan mehrfach erfolgreich bei den damals üblichen Lei Tai Kämpfen.

Über Großmeister Kim In Sung, einem Schüler von Huo Suk Feng, kam das Fu Lung Pai nach Deutschland. 1984 begann Werner Horn bei ihm seine Ausbildung und wurde 1994 von ihm zum Sifu ernannt. Danach erweiterte und vervollständigte Werner Horn sein Wissen unter Großmeister Li Yau Bun.