Chan

Die Schule des Chan ist eine Form des Buddhismus, der durch Meditation und durch das direkte Erleben der Wirklichkeit, die Erleuchtung sucht. Begründet wurde diese Schule von einem indischen Mönch namens Ta Mo (jap. Bodhidharma). Diese Form des Buddhismus kam von China nach Japan und wurde dort zum bekannten Zen Buddhismus.

Die Chan Philosophie ist tief in der Philosophie der Kung Fu-Stile verankert, die ihren Ursprung im Kloster Shaolin haben. So habe ich den Chan Buddhismus durch meine Kung Fu-Ausbildung kennen und schätzen gelernt, da er mir als eine verständliche und vernünftige Lebensphilosophie erscheint. Das Ziel des Chan ist das Erwachen. Für mich bedeutet das, ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu führen, Gutes zu tun und Böses zu vermeiden. Verantwortung für mein Tun selbst zu übernehmen und nicht an etwas anderes oder andere abzuschieben. Persönlich lehne ich daher jeglichen Gottglauben ab. Ich bin mir bewusst, dass alle meine Taten, Worte und Gedanken etwas auslösen. Gerade deshalb empfinde ich es als wichtig, mich weiterzuentwickeln. Dies ist meine Interpretation der Karma-Lehre.

Siddhartha Gautama (563 – 483 v. u. Z.), der erste Buddha und Begründer der buddhistischen Lehre betonte immer die Wichtigkeit der persönlichen Erfahrung im Gegensatz zu blindem Glauben. Deshalb kann es im Buddhismus auch keine äußere Autorität und kein Dogma geben. Dies würde jedem Individuum die Chance auf Erkenntnis nehmen. So sagt er:

„Niemand rettet uns, außer wir selbst. Niemand kann und niemand darf das. Wir müssen selbst den Weg gehen.“

Diese Weisheit macht deutlich, dass wir unsere Erfahrungen selbst machen müssen. Buddha weißt in diesem Zitat darüber hinaus darauf hin, dass ein anderer es nicht für uns machen darf. Siddhartha Gautama war davon überzeugt, dass in jedem Menschen die Fähigkeit zur Erleuchtung bereits angelegt ist und diese ausschließlich durch Selbständigkeit zu erreichen ist.

Was bedeutet das nun für uns? Es bedeutet, dass wir die Verantwortung für unser Handeln, Reden und Denken übernehmen sollten. Tun wir das nicht, geben wir die Macht über unser Leben ab und machen uns zu einem hilflosen Opfer.

Wir sind die Gestalter unserer Zukunft und tragen ganz alleine die Verantwortung für unsere Entwicklung.